Pro-Fil im Radio am 28.10.2019

Im „Lokalreport“ von Radio Siegen berichtete Matthias Merzhäuser über die weltweiten Projekte von Pro-FiL. Im Interview mit Moderatorin Ulla Schreiber erklärt er, wie der gemeinnützige Verein Kindern hilft, die von Armut betroffen sind, auf Müllhalden leben und arbeiten oder von Prostitution bedroht sind. Und wie konstante Unterstützung vor allem in Schul- und Berufsausbildung neben warmen Mahlzeiten und Wohnprojekten langfristig wirkt.

 

Die Sendung ist auch in der Mediathek von nrwision.de abrufbar.

Radiosendung

Brief von den Philippinen

Sehr geehrte Spenderinnen und Spender von Pro-Fil,

ich darf den diesjährigen Rundbrief mit einem sehr herzlichen Gruß aus Cebu beginnen. Im Folgenden möchte ich einen Einblick in die Weiterentwicklung unserer Projekte geben. Dank der Unterstützung aus der Heimat können wir immer wieder neu und auf vielerlei Weise helfen:

Menschenhandel, Rotlichtmilieus, Ausbeutung im Internet

Der Kampf gegen die Ausbeutung gerade von Kindern in der Rotlichtszene geht weiter. Alles ist komplizierter geworden. Das Internet schafft bekanntlich in diesem Kontext viele neue Formen der Ausbeutung, gerade auch von Kindern (OSEC – Online Sexual Exploitation of Children). Zusammen mit den Schwestern vom Guten Hirten arbeiten wir derzeit an speziellen Rehabilitierungsprogrammen für Kinder und Kleinkinder.

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Weiteren 80 Kindern Schulbesuch gesichert

Grundschule im Zelt

Pro-FiL spendet für Müll- und Straßenkinder
Weiteren 80 Kindern den Schulbesuch gesichert

Cebu,Philippinen. Der gemeinnützige Kinderhilfsverein Pro-FiL - Hilfe für Kinder in Not e.V. hat durch eine Spende in Höhe von über 4.000 Euro weiteren 80 Kindern für ein Jahr den Grundschulbesuch gesichert.
Wie Vereinsvorsitzender Matthias Merzhäuser nach seiner Rückkehr aus der Millionenmetropole Cebu/Philippinen berichtete, werden nur Euro 50 Euro benötigt, um einem Kind für ein Jahr den Grundschulbesuch zu sichern – inklusive Transport, Ernährung und medizinischer Grundversorgung. Beim Besuch verschiedener Projekte in Cebu und Umgebung, die der Verein Pro-Fil seit nunmehr 8 Jahren unterstützt, konnte er sich von der Arbeit der Helfer vor Ort überzeugen und den Spendern hier in Deutschland viel Positives berichten: „Kinder, die letztes Jahr noch unter Brücken schliefen und tagsüber auf der Straße bettelten oder klauten, gehen jetzt zur Schule. Bei den Schulen handelt es sich aber nicht immer um fest gemauerte Schulgebäude – manchmal sind es auch Zelte, die aufgestellt werden, und wo die Kinder auch durch viele ehrenamtlich tätige Helfer unterrichtet und so von der Straße geholt werden. Auch um die Müllhalden herum, auf denen immer noch über 8000 (!) Menschen leben, entstehen immer mehr Schulen, damit die Kinder durch Bildung später einen Beruf finden und so aus der Armut heraus kommen. Außerdem erhalten sie dort in den Schulen gutes und gesundes Essen, und müssen sich nicht mehr den Gefahren und Krankheiten der Mülldeponie aussetzen.“, so der Pro-Fil-Vorsitzende. Koordiniert werden die Hilfsprojekte vom Planungs- und Entwicklungsbüro der San-Carlos-University in Cebu-City, einer katholischen Privatuniversität mit 22.000 Studierenden, die als älteste Schule der Philippinen (gegründet im Jahr 1565) gilt, und wo Matthias Merzhäuser u.a. als Vocal-Coach und Workshop-Leiter des Universitätschores (USC-Choristers) tätig ist. Von dort aus werden auch Ernährungsprojekte für kleinere Kinder auf Mülldeponien und in Slums koordiniert. So werden wochentäglich 1.000 warme Mahlzeiten ausgegeben und ärztliche Hilfe angeboten. Wer mehr erfahren möchte, findet auf Facebook viele Bilder und Dokumentationen auf der Seite des Vereins „Pro-Fil – Hilfe für Kinder in Not e.V.“. Ebenfalls sind auf der Internetseite www.Pro-Fil-Hilfe.org Informationen und Kontaktdaten, sowie die Spendenkontonummer zu erfahren. Die nächste Reise zu den Hilfsprojekten auf Cebu ist für Dezember geplant, um möglichst vielen Kindern ein schönes Weihnachtsfest und eine gute Perspektive für das Jahr 2019 zu ermöglichen.

Haus auf der Deponie

Zeltschule

Mit Müllsammlern

Kind auf der Mülldeponie

Helferteam


Kampf gegen Cyber-Kriminalität und Kindesmissbrauch

Dass es auf Mülldeponien und in Slums auch Internet gibt, ist nicht immer ein Segen – eher eine Gefahr für die Kinder

Unsere Hilfe hat sich bisher in fünf Hauptbereiche gegliedert:

  • Schulbildung für Kinder aus Müllsammlerfamilien,
  • Unterstützung des Hauses „Samaritano“ für Straßenkinder und Obdachlose,
  • Resozialisierungsprojekte für junge Zwangsprostituierte,
  • Ernährungsprogramme für kleinere Kinder auf Mülldeponien
  • Hausbau- und Umsiedlungsprojekte für Müllmenschen.

Nun kommen allerdings zwei neue Wirkungsbereiche hinzu, da die alarmierenden Ereignisse erschreckend stark anwachsen: Aktivitäten zur Bekämpfung des (Kinder- und) Menschenhandels, und vor allem der Cyber-Kriminalität über das Internet im Bereich Kindesmissbrauch und Kinderpornografie. Cebu (und vor allem die vorgelagerte Insel Mactan, auf der sich auch der internationale Flughafen der Stadt befindet) verfügt über ein schnelles Internet, hat neben der boomenden Wirtschaft und riesigen Zuwächsen in Touristik und Baugewerbe trotzdem einen großen Anteil bettelarmer Menschen, die aber über englische Sprachkenntnisse verfügen (die Amtssprache auf den Philippinen ist englisch).

Das Zusammentreffen dieser drei Komponenten (schnelles Internet, große Armut und englische Sprachkenntnisse) hat Cebu zum weltweiten Zentrum für internationale Kinderschänder gemacht. So werden Kinder teilweise per Live-Übertragung mittels Handy missbraucht, wobei der pädophile Auftraggeber weit entfernt in Europa, USA, Kanada oder Australien sitzt und quasi vom Wohnzimmer aus Regie führt – und bis zu 750.000 Gleichgesinnte schauen dabei online zu. Später werden die Aufzeichnungen ins Darknet hochgeladen und zum Kauf angeboten und es wird viel illegales Geld damit verdient. Die missbrauchten Kinder bekommen – wenn überhaupt etwas – bestenfalls einen Hot-Dog gegen den Hunger…“

Auch hier hilft nur eine dauerhafte Bekämpfung der Armut durch Schulbildung, und die Zusammenarbeit mit internationalen Ermittlungsbehörden wie Interpol und Aufklärung durch Field-Worker (Sozialarbeiter vor Ort), die den Menschen eine großer Hilfe sind. „Immer wieder treffe ich in den von uns unterstützten Einrichtungen auch junge Menschen aus Deutschland, die ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren, oder im Rahmen ihres Sozialpädagogik-Studiums ein Praktikum dort absolvieren.“ berichtet Pro-FiL-Vorsitzender Merzhäuser.