Verein Pro-Fil hilft Kindern in Cebu

Siegerland/Cebu. Spendengelder in Höhe von 8.000 Euro kann der Verein Pro-FiL - Hilfe für Kinder in Not e.V. in diesem Jahr zur Unterstützung diverser Hilfsprojekte auf der philippinischen Insel Cebu zur Verfügung stellen. Dabei wird vor allem Straßenkindern, Bewohnern von Slums und Mülldeponien, Obdachlosen und jungen Zwangsprostituierten geholfen, denen Zuflucht in Drop-In-Centern und Betreuung durch Sozialpädagoginnen ermöglicht wird. „Ein wichtiges Ziel ist es, möglichst vielen Kindern regelmäßigen Schulbesuch zu ermöglichen, damit sie durch Bildung die Abwärtsspirale der Not verlassen können“ sagt Matthias Merzhäuser vom Verein Pro-FiL, der sich derzeit in Cebu-City aufhält und mit eindrucksvollen Bildern die Situation in den Elendsgebieten der Touristenmetropole Cebu dokumentiert. Auf seiner Facebookseite zeigt er Bilder unter dem Titel „Stadtrundfahrt – mal ganz anders“ und schreibt: „Nicht Museen und Kirchen, Strände und historische Gebäude besuche ich bei dieser Stadtrundfahrt, sondern Slums und Müllsammler, Obdachlose, Straßenkinder und ein Auffangheim für junge Zwangsprostituierte…“ Schulbildung ist schon mit einem Betrag von 50 bis 100 Euro pro Jahr für ein Kind gewährleistet, wobei Kosten für Transport, Verpflegung und ärztliche Betreuung darin eingeschlossen sind.

Die verschiedenen Hilfsprojekte in Cebu werden koordiniert von den Schwestern und Missionaren der SVD-Gemeinschaft, hierzulande als Steyler Missionare bekannt, die ihren Sitz in der San Carlos-Universität in Cebu-City haben.

Die Bilder sind aktuell und in den letzten Tagen in Cebu-City entstanden. Sie zeigen Bilder aus Slums, von Obdachlosen, Matthias Merzhäuser mit Straßenkindern. Der Verein Pro-Fil gibt sie zur Veröffentlichung mit Quellenangabe frei.


MGV Wallmenroth

Passend zum Gründungsjahr 1875 überreichte der MGV Liederkranz Wallmenroth im März einen Spendenscheck über 1875 € an den Pro-FiL - Hilfe für Kinder in Not e.V.. Dieser Betrag war der Erlös aus einem Benefizkonzert mit 200 Besuchern und 100 Aktiven im Februar, aus Anlass der 25jährigen Chorleitertätigkeit von Matthias Merzhäuser beim MGV.

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MGV Niederfischbach

Seit Jahrzehnten spendet der Männergesangverein Niederfischbach alljährlich für aktuelle Notfälle in Niederfischbach und Umgebung oder an weltweite Projekte. Da mit dem neuen Chorleiter Matthias Merzhäuser eine direkte Hilfe vor Ort verwirklicht wird, hat der MGV sich für eine Spende über 500 € an Pro-FiL - Hilfe für Kinder in Not e.V. entschieden. Das Geld wird für Kinder der Müllsammlerfamilien verwendet, um ihnen den Besuch einer Schule zu ermöglichen. Schon für 50 € kann einem Kind für ein Jahr der Schulbesuch ermöglicht werden, inklusive Schuluniform, Hefte, Stifte, Transport, Verpflegung und ärztliche Versorgung.

Durch die Hilfe aus Niederfischbach können damit 10 Kinder ein Jahr die Grundschule besuchen und den Grundstein legen für eine fundierte Bildung, die den Ausweg aus Armut und Müllhalden ermöglicht.

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Pro-Fil 2014

Mit den nachfolgenden Berichten möchten wir Sie über die Verwendung der Gelder im Jahr 2014 und den Stand der Hilfsprojekte informieren.

Kumbaya- Foundation

Ein Teil des Geldes stellten wir Pastor Robert Ssenfuma aus Uganda zur Verfügung, der in Kampala/Uganda eine Einrichtung leitet, die sich um Waisenkinder kümmert. Die Kumbaya- Foundation (so der Name in Ableitung des bekannten Gospelsongs) hat als Kern den Kumbaya-Kinderchor. Dieser Chor wird ebenfalls von Robert Ssenfuma geleitet und er gibt den Kindern durch die Musik (auch Instrumentalspiel wird dort gelehrt) eine besondere Lebenskraft. Es war mir eine Ehre, Robert Ssenfuma im November/Dezember 2014 einige Wochen als Gast in meinem Haus beherbergen zu dürfen, und so ein kollegiales Miteinander im Sinne der guten Sache und im Geist der Musik erleben zu dürfen. Robert Ssenfuma ist der Landesvertreter für Uganda des Internationalen Chorleiterverbandes ICV (ICA), dessen Vorsitzender ich bin. Robert nutzte die Gelegenheit seines Aufenthaltes hier, um chormusikalisch bei mir zu hospitieren, Workshops in afrikanischer Musik zu geben und Kontakte zu knüpfen, um die Arbeit für seine 60-80 Waisenkinder (von Säuglingen bis zu Jugendlichen) auch in Zukunft sicher zu stellen.

Philippinen

Natürlich laufen die Hilfsprojekte in Cebu/Philippinen auch weiter. Allerdings konnte ich am eigenen Leib feststellen, dass in Deutschland oftmals nur dann Spenden gesammelt werden, wenn eine mediale Präsenz des Ereignissen geschaffen wird: Bei dem Taifun Senyang auf der Insel Cebu im Dezember 2014, durch den allein in meinem direkten Umfeld 28 Menschen zu Tode kamen und insgesamt 69 Personen starben, Brücken, Straßen und Felder zerstört wurden, wurde keinerlei Hilfe aus Deutschland geleistet, da im Fernsehen nicht darüber berichtet wurde. Der Taifun wurde hier nicht wahrgenommen. Aber so ist das eben…

2014 war ich zweimal in Cebu (es ist eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass ich diese Reisen selbst finanziere, aber da wir einige neue Spender haben, möchte ich es doch erwähnen) und konnte mich von den vielen positiven Entwicklungen überzeugen. Die Hilfe kommt an und man sieht es vor allem dann, wenn einige Monate zwischen den Besuchen liegen. Die Helfer vor Ort sehen es oft nicht so deutlich…

Berichte

Unser Kontaktmann Pater Heinz Kulüke, SVD hat einige Eindrücke zusammengefasst. Gerne gebe ich das Wichtigste weiter:

Im Januar sowie im Juli, August und Dezember 2014 standen neben den Besuchen der verschiedenen Sozialprojekte auf der Insel Cebu die Katastrophengebiete des Taifuns und Erdbebens (Leyte/Tagloban und Bohol) im Vordergrund. Mittlerweile konnte dort dank der so großzügigen Unterstützung aus Deutschland vielen Menschen in Not ganz konkret geholfen werden.

Katastrophengebiete

Der Taifun Hayjan (in Asien hieß er Yolanda) liegt etwas über ein Jahr zurück … Die Bilder von den erschütternden Ausmaßen des Taifuns gingen durch die Medien in Deutschland und weltweit. … 2 Millionen Menschen haben dabei viele Angehörige und ihr ganzes Hab und Gut verloren. … Die Soforthilfe kam in Form von Nahrung, Trinkwasser, medizinischer Versorgung, Traumaarbeit und Hilfe bei der Bestattung der zahlreichen Toten. … Nun kommen die Wiederaufbauarbeiten gut voran. … Zwei Schulklassen aus dem Siegerland und dem Wissener Raum haben Spendenaktionen gestartet, die wir für den Wiederaufbau einer Schule in Tagloban verwenden konnten. Schüler helfen Schülern – eine tolle Aktion, die auch durch die heimische Presse ging.

Mittlerweile konnten wir mit dem Entwicklungsbüro der Steyler Missionare neben den umfangreichen Soforthilfen für 25.000 Familien über 5.500 neue Unterkünfte bauen, damit die Menschen nicht mehr in Zelten leben müssen. … Bis zum Neuaufbau einiger Schulen fand der Unterricht für die Grundschulkinder unter Planen statt … Vor allem wird es weiterhin darum gehen, den von der Regierung vergessenen Kleinbauern und Fischern wieder Einkommen zu verschaffen, etwa durch Bau von 150 Booten und Vergabe von Saatgut und Kleinvieh. … Etwa 300 Kinder begrüßten Father Heinz und sagten SALAMAT (Danke) dafür, dass sie wieder in die Schule gehen können … Die Leiterin der Dorfgemeinschaft stellte Heinz eine etwa 30-jährige Frau namens Jocelyn vor. … Jocelyn hat ihren Ehemann und zwei Kinder während des Taifuns verloren … Sie zeigte ihm ihr neues Haus, in dem sie mit ihren beiden Kindern wohnt. … Sie weiß, dass das Leben vor allem ihrer Kinder wegen weitergehen muss … Für ihr neues Zuhause und für die Finanzierung der Schulung ihrer Kinder ist sie von Herzen dankbar. All diese Hilfe wäre ohne die so großzügige Unterstützung zahlreicher Menschen in der Heimat nicht möglich gewesen. Gerade in Zeiten der bitteren Not bedeutet weltweite Solidarität sehr viel und schenkt neues Leben … Nicht vergessen zu sein macht Mut, das Leben wieder selbst neu in die Hand zu nehmen …

Hausbauprojekte

23. Juli 2014 – Besuch des Hausbauprojekts in Talisay (San Pio Village) – Das Hausbauprojekt hat große Fortschritte gemacht. Von den etwa 400 vorgesehenen Häusern sind bereits über 200 fertig und bewohnt. Spielende Kinder bestimmen das Straßenbild. Die Begrüßung bei unserer Ankunft ist sehr herzlich. – Meine Gedanken: Viele dieser Menschen haben noch bis vor wenigen Monaten auf den Mülldeponien, entlang der Flüsse, in verarmten Fischerdörfern oder in anderen Slums gelebt. Im Umsiedlungsprojekt haben sie für sich und ihre Familien ein neues Zuhause gefunden. Es ist für Father Heinz eine schöne Erfahrung, Projekte zu besuchen und nicht die ersten Stunden mit der medizinischen Versorgung der Kinder beschäftigt sein zu müssen: Kaum ein Kind ist krank, alle gehen in die Schule und bereiten sich so auf eine bessere Zukunft vor. – Ich freue mich mit diesen Menschen, die wirklich einen weiten Weg gegangen sind und ein wichtiges Ziel erreicht haben. Sie haben verstanden, dass man Lebensumstände verändern kann und nicht alles akzeptieren muss. – Grace lässt die Hand von Pater Heinz bei dem Rundgang durch das neue Dorf nicht mehr los. Er kennt das kleine Mädchen von der Mülldeponie der Stadt Cebu. Auf der Deponie war sie ständig krank und einige Male dem Tod sehr nahe. Heute ist sie gesund und gut ernährt. Sie erzählt von ihren Erfahrungen in der Schule und im Alter von nur 8 Jahren von ihren Träumen für sich und ihre Familie. … Eine bewegende Begegnung, die sich so oder anders in den kommenden Tagen mehrmals wiederholen wird. – Der Dank für all das geht an die großzügigen Menschen in der Heimat, die dieses Projekt und viele andere Projekte immer wieder mit viel Wohlwollen unterstützt haben.
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